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Gewerbeamt

Bei einer gewerblichen Existenzgründung muss das Gewerbe im Ort wo es seinen Sitz hat beim Gewerbeamt angemeldet werden. In den folgenden Abschnitten und Unterseiten erfahren Sie ausführlich, was man dabei im Einzelnen beachten muss.

So melden Sie Ihr Gewerbe richtig an

Zunächst einmal ist jeder dazu berechtigt, ein Unternehmen zu gründen, das in der Regel angemeldet werden muss und teilweise auch einer Genehmigung bedarf. Ein Existenzgründungsberater kann Sie darüber aufklären, ob Ihr Vorhaben genehmigungspflichtig ist oder nicht. Nutzen Sie dazu einfach unser Anfrageformular.

Jeder, der sich selbstständig macht, muss sein Unternehmen in der entsprechenden Gemeinde beim zuständigen Gewerbeamt oder Bürgermeisteramt anmelden, um den erforderlichen Gewerbeschein zu erhalten. Je nach Gemeinde muss man für den Gewerbeschein eine Bearbeitungsgebühr von 15 bis 65 Euro bezahlen.

Beim Gewerbeamt muss gemeldet werden:
  • der Unternehmensbeginn
  • der Beginn eines (unselbständigen) Zweigbetriebes
  • eine Betriebsübernahme (mit Betriebsende einerseits und Betriebsneubeginn andererseits)

Bei einer Gewerbeanmeldung informiert das Gewerbeamt auch gleichzeitig alle relevanten Behörden wie das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft, die IHK/Handelskammer, die Ausländerbehörde, die statistischen Landesämter und die Behörde für den Arbeitsschutz.

Ihr Gewerbe ist genehmigungspflichtig

Bei einem genehmigungspflichtigen Gewerbe ist es wichtig, zunächst die Zulassung bei der entsprechenden Behörde zu beantragen, bevor man es anschließend anmeldet.
Die jeweiligen Voraussetzungen müssen entweder vom Gewerbetreibenden selbst erfüllt werden oder vom geschäftsführenden Vertreter, wenn es sich bei der Gründung um eine juristische Person (wie bei GmbH oder AG) handelt.
Um die Genehmigung zu erhalten müssen in der Regel einige Kriterien erfüllt werden.
Zum einen muss bei raumbezogenen Genehmigungen die Eignung der räumlichen Verhältnisse festgestellt werden. Auch die persönlichen, wirtschaftlichen Gegebenheiten sind ausschlaggebend. Der Antragsteller sollte sich in einer wirtschaftlich unbelasteten Situation befinden ohne ein laufendes Insolvenzverfahren oder ähnliches. Das gilt vor allem für Makler, Versteigerer, Pfandleiher, Bewachungsdiensten, Bauträger oder Baubetreuer.
Des Weiteren ist in manchen Fällen ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt oder ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich, um herauszufinden, ob der Antragsteller in der Lage ist, die angestrebte Tätigkeit zuverlässig und vorschriftsgemäß auszuführen.

Entsprechend der Gewerbeordnung gelten Gewerbearten, wie das Bewachungsgewerbe (Eigentum oder Leben fremder Personen), das Schaustellen von Personen (Tanz- oder Stripteaseshows, Varieté/Kabarett), private Krankenanstalten, das Pfandleihgewerbe (Pfandleiher und -vermittler), öffentlich bestellte Sachverständige, Makler, Bauträger/Baubetreuer, das Spielrecht (Spielautomaten aufstellen etc.) und Tanzlustbarkeiten (wie Discotheken etc.) als genehmigungspflichtig.

Ein spezielles genehmigungspflichtiges Gewerbe ist das Reisegewerbe, dessen Betrieb eine  Reisegewerbekarte benötigt, wenn kein fester Unternehmensstandort vorhanden ist oder man außerhalb dessen seine Produkte oder Leistungen an unterschiedlichen Orten offerieren und vertreiben möchte, wie z.B. bei einem Zirkus, Verkaufswagen oder Schausteller.

Ein Handwerksunternehmen anmelden

Voraussetzung für die Gründung eines Handwerksunternehmens ist zunächst der Nachweis einer bestandenen Meisterprüfung im jeweiligen Handwerksberuf. Im Falle einer GmbH müssen Sie nicht zwingend selbst einen Meiserbrief vorweisen, wenn Sie einen Meister in der Position eines technischen Betriebsführers vorweisen können.

Wenn Sie mehr wissen möchten über die Ausnahmeregelungen, bei denen zulassungspflichtige Handwerke nicht zwingend eine abgelegte Meisterprüfung erfordern, informiert Sie dazu ein Existenzgründungsberater ausführlich in einem persönlichen Termin, den Sie über das Anfrageformular vereinbaren können.

Es gibt sowohl zulassungspflichtige Handwerksbereiche mit erforderlichem Meisterbrief, aber auch zulassungsfreie Handwerksbereiche oder handwerksähnliche Unternehmen.
Beim Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) erfahren Sie, welche Gewerbe als zulassungspflichtiges Handwerk anerkannt sind und welche Betriebe als zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Gewerbe gelten.


Welche Unterlagen Sie für eine Anmeldung benötigen
Dem Gewerbeamt müssen Sie als Antragsteller alle notwendigen persönlichen Dokumente vorzeigen, sprich: Ihren Personalausweis oder Reisepass bzw. falls erforderlich einen privatschriftlichen Nachweis der Handlungsvollmacht. Wenn Sie kein deutscher Staatsbürger sind müssen Sie auch eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorzeigen.
Je nach Handwerksart benötigen Sie auch alle erforderlichen Genehmigungen wie z.B. Handwerkskarte, Maklererlaubnis usw.
Bezüglich Ihres Unternehmens müssen zudem alle dem Nachweis dienlichen Unterlagen eingereicht werden, wie z.B. Handelsregisterauszug (je nach Rechtsform), eventuell auch den Auszug aus dem Gewerbezentralregister und ein Führungszeugnis. Stimmt die Adresse des Antragsstellers nicht mit der Geschäftsadresse überein, so sollte man entweder einen Mietvertrag oder eine Vermieterbestätigung vorlegen können.


Informationspflicht bei Behörden
Bevor Sie Ihr Handwerksunternehmen eröffnen, müssen zunächst einige Behörden davon in Kenntnis
gesetzt werden. Wenn Sie unsicher sind, wo genau und in welcher Reihenfolge Sie Ihren Betrieb melden müssen, sind wir Ihnen gerne in unserer Gründungsberatung dabei behilflich.

Zu den Behörden, die informiert werden müssen gehören neben dem Gewerbeamt auch die Handwerksrolle der Handwerkskammer (örtliche Kreishandwerkerschaft), je nach Rechtsform das Handelsregister, die Berufsgenossenschaft (Haftpflichtschutz bei Arbeitsunfällen), die Handwerkerinnung (zwar nicht vorgeschrieben aber empfohlen), die Agentur für Arbeit (die eine Betriebsnummer vergibt bei Anstellung von Mitarbeitern) und die Krankenkasse für den Einzug der Sozialversicherungsbeiträge.


Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit
Die Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit erfordert meist bestimmte berufliche Qualifikationen und muss auch finanzielle oder räumliche Bedingungen erfüllen. In den einschlägigen Suchmaschinen finden Sie genaue Angaben dazu, welche Tätigkeiten als freiberuflich eingestuft werden.

Wenn Sie als Freiberufler arbeiten möchten, so erfolgt die Anmeldung nicht beim Gewerbeamt, sondern beim Finanzamt. Im Falle einer unterlassenen Anmeldung kann Ihnen ein Zwangsgeld drohen.
Am besten informieren Sie das Finanzamt schon vor Beginn der Tätigkeit, spätestens jedoch innerhalb des ersten Monats nach Tätigkeitsbeginn. Verwenden Sie dazu einfach den Vordruck zur Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit oder verfassen Sie selbst ein entsprechendes Schriftstück. Sollte eine Genehmigung der Tätigkeit notwendig sein, wird die zuständige Berufskammer automatisch vom Finanzamt informiert, z.B. die Architekten-, Ärzte- oder Rechtsanwaltskammer. Bei der Anmeldung sollten Sie Ihre freiberufliche Tätigkeit so genau wie möglich darlegen, insbesondere wenn die Anerkennung der Tätigkeit als Freiberufler fraglich ist.  Daher ist es empfehlenswert, sich bei der Beschreibung der Tätigkeit im Rahmen einer Existenzgründungsberatung unterstützen zu lassen. Sie erhalten vom Finanzamt auch einen Fragebogen, wo Sie entsprechende Angaben machen müssen, damit die Tätigkeit genau eingeordnet werden kann. Auf diesem Fragebogen werden zuerst Ihre persönlichen Angaben, wie Einkünfte des Ehepartners, Miet- und sonstige Einnahmen, abgefragt und anschließend die Informationen zu Ihrem Betrieb, wie der Betriebsbeginn (d.h. ab da, wo die Aufnahme Ihrer Tätigkeit eindeutig sichtbar ist, anhand vorhandener Geschäftsräume oder Werbeaktivitäten usw.), die Mitarbeiteranzahl, der zu erwartende Umsatz und Gewinn (nur ein Schätzwert, an dem aber die Höhe der voraus zu zahlenden Einkommenssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bemessen wird).

Anhand dieses Fragebogens wird das Finanzamt Ihre Tätigkeit entweder als freiberuflich oder aber als gewerblich einordnen. Nachdem dies geschehen ist, erhalten Sie nach ein paar Wochen Ihre Wirtschaftsidentifikations-Nummer mit der Angabe, ob Sie umsatzsteuerpflichtig sind oder nicht. Desweiteren werden Sie auch über die vierteljährlichen Steuervorauszahlungen informiert.
Falls das Finanzamt eine Freiberuflichkeit ablehnen sollte, haben Sie das Recht Widerspruch einzulegen und beim Finanzgericht dagegen zu klagen, jedoch ist ein rechtlicher Beistand in diesem Fall sehr ratsam.
 

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